Portugals Höhepunkte

Ein Reisebericht von Dirk Wenzel

  • Dirk Wenzel

Dass Portugal eines der am meisten unterschätzten Reiseziele der Welt ist, davon konnten sich die Teilnehmer bei unserer achttägigen Städtereise im September 2014 überzeugen.

Schon am ersten Ort der Rundreise – in Lissabon (Lisboa), der größten Stadt Portugals – wurde deutlich, welche Traditionen dieses Land in der Seefahrt und als koloniale Großmacht in den letzten Jahrhunderten durchlebt hat. Von der beeindruckenden Burg São Jorge auf dem höchsten östlichen Hügel hatten die Reisenden einen hervorragenden Blick über die Ober- und die Unterstadt. Die Einwohner müssen Fahrstühle verwenden, um vom einen Teil der Stadt in den anderen zu gelangen. Im Hieronymuskloster wurde dann ersichtlich, welche Fähigkeiten die Portugiesen als Baumeister und Architekten besaßen.

Weiter verlief die Reise über Sintra, mit einem kurzen Besuch der königlichen Sommerresidenz, bis nach Obidos. In dieser gemütlichen Kleinstadt ist der komplette Ortskern von einer sehr hohen und massiven Mauer umgeben. Viele Mitglieder nutzten die Möglichkeit, auf dem vorhandenen Mauerweg den Ort einmal komplett zu umrunden. Seinen Abschluss fand der Tag in Coimbra, der ältesten Universitätsstadt Portugals. Dort besichtigten wir die beeindruckende Bibliothek der juristischen Fakultät. Die Studenten tragen in Coimbra alle ausnahmslos schwarze Umhänge. Insbesondere wegen der hohen Temperaturen vor Ort ist dies sehr beeindruckend. Dass diese Stadt zu Recht als intellektuelles und künstlerisches Zentrum Portugals gilt, erkennt der Besucher am Fado. Fado ist ein portugiesischer Musikstil, der vor allem in den Städten Lissabon und Coimbra beheimatet ist. Werke dieses Stils handeln meist von unglücklicher Liebe, sozialen Missständen, vergangenen Zeiten oder der Sehnsucht nach besseren Zeiten. Dieser Musikstil ist somit ein guter Spiegel für die Seele der meisten Portugiesen.

Von der Universitätsstadt Coimbra verlief die Reise weiter nach Porto. Die zweitgrößte Stadt Portugals liegt am Fluss Douro, der in den Atlantik mündet.

Für viele der Reisenden war Porto der schönste Ort unserer Reise. Schon allein die Lage beeindruckte. Bei einer schönen Bootsfahrt auf dem Douro wurde allen schnell klar, warum diese Stadt so besonders ist. Fünf riesige Brücken verbinden die Teile der Stadt, die wie ein aufgeschlagenes Buch terrassenförmig zu beiden Seiten des Ufers liegt. Im Anschluss an die Bootsfahrt genossen die Mitreisenden in der Portweinkellerei „Sandeman“ noch die Qualität des weltbekannten Portweins.

Von Porto ging es dann über den Wallfahrtsort Fátima ganz in den Süden des Landes nach Albufeira. Dort lockte ein Bad im Atlantik und gab allen Reiseteilnehmern die Möglichkeit, die zahlreichen Eindrücke der ausgiebigen Rundreise Revue passieren zu lassen.