Schweden vom Feinsten

Die Bankreisebegleitung:

  • Michael Hietkamp
  • Vorstand

Ende August 2014 begaben sich 25 Mitglieder der Volksbank Raiffeisenbank auf eine Reise nach Schweden. Ziel war es, das Land kennenzulernen und sozusagen zu prüfen, ob sein guter Ruf zu Recht bestehe. Dies hatte allerdings einen winzigen Haken: In diesem großen Land – es ist um ein Viertel größer als Deutschland – muss man einige Kilometer mit dem Bus zurücklegen, um mitreden zu können. Aber die Lust auf Elche, Vasa, Kanelbullar und Kladdkakor war stärker!

Der erste Tag unserer Reise führte uns in die wunderschöne Hauptstadt Stockholm, 650 km von Trelleborg entfernt. Die Stadt an der Ostsee und dem Mälarensee zeigte sich von ihrer schönsten Seite – mächtig und interessant! In der sorgsam bewahrten Altstadt kann man sich gut vorstellen, wie vor 600 Jahren die alten Hansekoggen im Stadthafen anlegten und ihre Waren auf die ebenfalls gut erhaltenen verschiedenen kleinen Märkte transportierten. Auch dem ehrwürdigen Ritterhaus, das zeitweilig als Sitz der Landstände und immer – bis heute – als Hochburg des schwedischen Adels diente, statteten wir einen Besuch ab. Freiherr Henrik von Vegesack führte uns durch die geschichtsträchtigen Hallen und Festräume und berichtete über spannende Ereignisse und interessante Personen. Ein Muss in Stockholm war der Besuch des VASA-Museums, in dem das 1628 auf der Jungfernfahrt mit allen Kanonen und Matrosen gesunkene und 1961 wieder gehobene Flaggschiff von Gustav II Adolf, präsentiert wird. Weiter ging die Reise ins „eigentliche“ Schweden, in die Provinz Dalarna. Ehe wir am Siljansee die berühmten Städte Leksand, Orsa und Rättvik sahen und etwas vom ungewohnt ruhigen Lebensstil erfuhren, besuchten wir Nusnäs, wo die berühmten Dalapferde in Handarbeit gefertigt werden. Übernachtet wurde in einem schönen Hotel in Mora: 50 Meter neben der Strecke der größten Skilanglaufveranstaltung der Welt – dem Vasaloppet – und, wie es sich für Schweden gehört, natürlich auch 20 Meter neben einem Wald. Einige Reiseteilnehmer ließen es sich nicht nehmen, hier einen kurzen Spaziergang zu unternehmen und mit einer gut gefüllten Tüte Steinpilze zurückzukehren.

Unsere Reise führte uns weiter nach Falun. Wir besuchten das Skizentrum Lugnet mit den gerade fertiggestellten neuen Skiflugschanzen, die bei den 50. Nordischen Skiweltmeisterschaften weltweit bestaunt wurden. Interessant war zudem die berühmte Kupfergrube als Weltkulturerbe der Stadt. Die nächste Übernachtung erfolgte in der Universitätsstadt Uppsala – direkt neben dem Garten, den seinerzeit der Botaniker Carl von Linné anlegte, als er dort Professor wurde. Von beeindruckender Anmut sind die historischen Bauwerke Dom, Schloss und Universität. Vor allem die Mitte des 15. Jahrhunderts gegründete Universität steht im Kontrast mit der modernen Atmosphäre der Stadt, die von den rund 30.000 Studenten geprägt wird. Für unsere Reiseteilnehmer war interessant, dass jenes Gebäude, in dem 1788 Thomas Thorild – der später Professor in Greifswald wurde und in Neuenkirchen begraben liegt – wissenschaftliche Thesen über Montesquieu unter den kritischen Augen König Gustav III mit Bravour verteidigte, noch steht. In der Universitätsbibliothek „Carolina Rediviva“ konnten wir bibliophile Kostbarkeiten bestaunen, darunter die einzigartige Silberbibel aus dem 6. Jahrhundert und die isländische Edda von circa 1300.

Dann traten wir auch schon die Heimreise in südliche Richtung mit Stopp und Übernachtung im schönen Linköping an. Hier fand gerade das alljährliche Sommerfest statt, was den gesamten Markt zu einem Bier- und Weinzelt verwandelte. Doch weiter heimwärts konnte es nicht gehen, ohne die Könige der nordischen Wälder besucht zu haben. Imposant und wohl bleibende Eindrücken bei allen Teilnehmern der Reise hinterlassend, traten sie uns im Elchpark von Markaryd entgegen.

(Text: Dr. Rainer Schwenke)